
Mehr als 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Kunst und Kulturinitiative gefolgt und wurden mit einem informativen, spannenden und ergreifenden Abend belohnt. Mehrmals mussten weitere Stuhlreihen dazu geholt werden, um allen Besuchern einen Platz bieten zu können.

Nach letzten Gefechten im „Ruhrkessel“ halten amerikanische Truppen die Region besetzt. Am 16. April 1945 ist der Zweite Weltkrieg in Sprockhövel beendet, nun beginnt der tägliche Kampf um das Überleben. Erst am 8. Mai 1945 endet der Krieg in Europa. Das Kriegsende bedeutet für Sprockhövel einen Neuanfang und die doppelte Befreiung von Krieg und Nationalsozialismus.
Anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsendes luden die Kunst- und Kulturinitiative Sprockhövel e.V. und das Stadtarchiv Sprockhövel zu einem historischen Vortrag ein. Marlene Tallian, Archivarin im Stadtarchiv, nahm die Besucher anhand von Bildern mit auf eine historische Reise durch die nationalsozialistische Vergangenheit und die letzten Kriegswochen im Frühling 1945.

Als besonderes Highlight konnten Zeitzeugen gewonnen werden, die für das Publikum aus erster Hand berichten, wie sie diese Zeit vor Ort erlebt haben. Erich Bühren, der auch selbst von seinen Erlebnissen erzählte, hatte aus seinem Bekanntenkreis mehrere Sprockhöveler motivieren können, durch ihre Berichte die zuweilen tragische Geschichte erlebbar zu machen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von der Historikerin und ehemaligen Stadtarchivarin Karin Hockamp. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die Unterstützung, der evangelischen Gemeinde Haßlinghausen für die Gastfreundschaft und allen Gästen für ihr Interesse.

